Häufig gestellte Fragen

Es gibt viele häufig gestellten Fragen (engl.: Frequently Asked Questions, FAQ) zum Thema Honigbiene und Bienenprodukte. Wir versuchen hier, diese Fragen (und natürlich auch die Antworten) zu sammeln...

Bienenprodukte (5)

Fragen und Antworten zu den Bienenprodukten Honig, Pollen, Propolis und Wachs.

Was ist Propolis?

Propolis (griechisch pro = "vor" und polis = "Stadt"), auch bekannt als Kittharz, ist ein natürlich vorkommendes Antibiotikum und Antimykotikum.

In einem Bienenstock, in dem Tausende von Insekten bei 35°C und einer recht hohen Luftfeuchtigkeit auf engstem Raume zusammenleben, herrschen eigentlich ideale Bedingungen für Bakterien und Pilze. Um sich vor solchen Mikroorganismen zu schützen, sammeln die Bienen Harz von Knospen und Wunden verschiedener Bäume. Diese Substanz verarbeiten sie weiter zu Propolis.

Mit dem klebrigen Propolis verkitten sie dann Spalten und Ritzen im Bienenstock und überziehen damit beispielsweise auch die Brutwaben hauchdünn. Auch kann es vorkommen, dass mal eine in den Bienenstock eingedrungene Maus, die diesen Frevel nicht überlebt hat, mit Propolis überzogen wird. Somit ist der Fremdkörper von der Umgebung abgekapselt und als potenzielle Krankheitsgefahr eliminiert.

Der Imker kann das Propolis z. B. von den Rähmchen oder anderen Teilen der Beute abkratzen oder durch ein spezielles Gitter, dessen Zwischenräume von den Bienen verkittet werden, gewinnen. Eine denkbare Weiterverarbeitung wäre das Auflösen des Propolis in hochprozentigem Alkohol. Die dadurch entstandene Tinktur kann auf vielfältige Weise weiterverwendet werden; dies unterliegt allerdings bereits dem Arzneimittelrecht.

Kann man kristallisierten Honig wieder in seinen alten Zustand zurück versetzen?

Ja! Man erhitzt den Honig in einem Wasserbad bei maximal 40°C. Hierbei verflüssigt sich der Honig wieder (Achtung: Das kann durchaus einige Stunden dauern!). Jedoch wird der nun flüssige Honig irgendwann auch wieder kristallisieren.

Wie bewahre ich Honig am besten auf?

Honig sollte generell gut verschlossen und möglichst dunkel aufbewahrt werden. Ist der Honigbehälter nicht gut verschlossen, kann der Honig Wasser aus der Luft anziehen und auch Gerüche aus der Umgebung aufnehmen.

Dürfen Babys Honig essen?

Besser nicht! Die Darmflora von Säuglingen ist noch nicht ausgereift. Gefährlich ist u.a. der Krankheitserreger Clostridium botulinum, welcher in manchem Honig in geringen Mengen nachgewiesen werden kann. Die Ärztekammer Baden-Württemberg empfiehlt aus diesem Grund, bei Säuglingen unter 12 Monaten ganz auf die Gabe von Honig zu verzichten. Für ältere Kinder und Erwachsene stellt das Bakterium keine Gefahr mehr dar.

In meinem Honig bilden sich zuckerige Kristalle! Hat der Imker etwa Industriezucker beigemischt?

Nein, es wurde mit Sicherheit weder Industriezucker noch etwas anderes beigemischt. Dies wäre laut Honigverordnung nicht zulässig und jeder Imker wird sich davor hüten, dies dennoch zu tun.

Jeder Honig kristallisiert früher oder später. Dies hängt von dem Verhältnis der im Honig vorkommenden Zuckerarten Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose) ab. Überwiegt der Gehalt an Fructose, so bleibt der Honig lange flüssig. Überwiegt der Glucose-Anteil, wird der Honig relativ schnell fest. Allgemein kann man sagen:

Blütenhonig
kristallisiert auf jeden Fall schneller als Waldhonig. Meist wird der Honig auch in kristallisiertem Zustand verkauft. Die Kunst dabei ist, dass beim Kristallisationsprozess die Kristalle klein gehalten werden, so dass der Honig eine cremige Konsistenz erhält.
Waldhonig
bleibt ein paar Monate flüssig und wird meist auch flüssig verkauft.
Akazienhonig
bei dem es sich eigentlich um Robinienhonig handelt, bleibt mit Abstand am längsten (> 1 Jahr) flüssig.

Honigbiene (2)

Das kommt darauf an. Neben der individuellen Volksstärke – das eine Bienenvolk ist stärker, das andere schwächer – ist die Anzahl der Bienen auch stark Abhängig von der Jahreszeit. So sollten im Herbst mindestens 5.000 Bienen in einem Volk zu finden sein, sonst könnte die Überwinterung ein Problem werden. Dagegen beträgt die Volksstärke im Juni oft 40.000 Individuen, manchmal auch mehr.

Ich bin Landwirt / Gütlebesitzer. Kann ich etwas für die Bienen tun?

Selbstverständlich! Das Problem ist nämlich, dass durch großflächige Monokulturen (z.B. Raps) die Bienen nur kurzzeitig einem Überangebot von Pollen und Nektar ausgesetzt sind. In der übrigen Zeit müssen sie mangels Alternative darben. Auch die kurzgeschnittenen "englischen" Rasen und pflichtbewusst häufig gemähten Wiesen sind für die Bienen nichts anders als grüne Wüsten; diese Flächen könnten ebenso gut zubetoniert sein. Hier einige Vorschläge:

  • Wenn Sie von Ihrem Acker die Ernte eingebracht haben, säen Sie einen für Bienen wertvollen Gründünger wie Phacelia, Senf oder Weißklee.
  • Mähen Sie Ihre Wiese nicht so oft und lassen Sie den Wildblumen Zeit zum Wachsen und zum Blühen.
  • Belassen Sie an Ihrem Acker einen Streifen, auf dem Wildblumen und -kräuter wachsen können.
  • Auf Brachland kann man wertvolle Blumenmischungen wie die Tübinger Mischung aussäen.

Weitere interessante Informationen finden Sie beim Netzwerk Blühende Landschaft.