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Varroatelefon vom 29.07.2010

Das zurzeit unbeständige Wetter erschwert die Beurteilung der Trachtsituation. Es ist durchaus möglich, dass es in nächster Zeit zu einer Massenvermehrung der Grünen Tannenhoniglaus und in Folge zu einer Tannentracht kommt. Da und dort wird bereits ein Anstieg der Lausdichte beobachtet. Ob er zu einem Massenbefall führt bleibt abzuwarten. Mit einer guten Tannentracht und Tageszunahmen von etwa 3 kg ist nur dann zu rechnen, wenn die Lauspopulation den Wert von 100 Tieren je Quadratmeter Zweigfläche erreicht oder überschreitet.

Jung- und Altvölker sind allgemein in einem guten Zustand. Jungvölker haben zurzeit etwa doppelt so viel Brut wie Bienen. Sie wachsen noch und dehnen ihr Brutnest weiter aus. Deshalb ist besonders bei ihnen, aber auch bei bereits abgeernteten Altvölkern auf ausreichende Futterversorgung zu achten.

Wer keine Tannentracht nutzen will sollte mit der Spätsommerpflege beginnen.
Wir empfehlen, vor der ersten Varroabehandlung eine Gemülldiagnose durchzuführen, um den natürlichen Milbenfall zu erfassen. Bei einem Milbenabfall von weniger als 10 Milben pro Tag ist keine Gefahr im Verzug, sodass gewartet werden kann, bis die Temperaturen für eine Ameisensäurebehandlung ausreichend hoch sind und tagsüber zwischen 20 und 30° liegen.
Eine Ameisensäurebehandlung bei Hitze bzw. wenn es tagsüber wärmer als 30° wird, sollte auf jeden Fall mit der Medizinflasche und nicht als Schockbehandlung mit dem Schwammtuch durchgeführt werden. Auch bei Verwendung der Medizinflasche ist damit zu rechnen, dass die behandelten Völker stärker vorlagern. Das mindert den Behandlungserfolg.

Für die Erfassung des natürlichen Milbenabfalls sind nur Windeln mit Rand geeignet. Außerdem können Ameisen und Ohrwürmer die Gemülldiagnose verfälschen. Deswegen dürfen die Windeln nur ein paar Tage eingeschoben werden.

Wenn Sie noch Fragen haben, können Sie sich an Ihren Fachberater, an das zuständige Untersuchungsamt oder an uns wenden. Wir sind zu erreichen unter der Telefon-Nummer 0711-459 22659.

(Text: Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim)