Varroatelefon vom 25.07.2017

An den meisten Standorten dürfte die Tracht jetzt zu Ende sein und die Varroa-Behandlung der Wirtschaftsvölker kann zeitnah erfolgen, sobald die Temperaturen – vermutlich am Wochenende – wieder steigen.

Beachten Sie die mittelfristigen Wettervorhersagen für Ihre Region!
Bei Temperaturen unter 20°C sind die Verdunstungsmengen meist zu niedrig – bei Temperaturen über 30°C besteht hingegen die Gefahr der Überdosierung durch eine zu heftige Verdunstung. Auch der Standort – sonnig oder schattig – hat einen sehr großen Einfluss auf die Verdunstungsmengen und den Erfolg der Ameisensäurebehandlung (Informationen finden Sie auf unserer Homepage).

Zurzeit werden im Allgemeinen recht niedrige Milbenzahlen gemeldet und häufig wird die Frage gestellt, ob man überhaupt behandeln soll.
Aber Achtung: Zwischen den Völkern mit erfreulich geringem natürlichem Milbenfall gibt es aber fast immer auch Völker mit bedenklich hohem Milbenfall - daher unsere dringende Aufforderung an Sie: kontrollieren Sie alle Völker! Nur wer wirklich genau hinsieht und regelmäßig (richtig) kontrolliert kann den Befall halbwegs zuverlässig einschätzen. Sich auf eine einmalige Gemülldiagnose zu verlassen kann schwer ins Auge gehen! Wer also mit dem Gedanken spielt auf eine Behandlung zu verzichten muss sich sicher sein, dass er/sie weiß was in den Völkern wirklich los ist – dazu ist Erfahrung und viel Sorgfalt erforderlich!

Die Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim empfiehlt (für Altvölker) eine frühzeitige und konsequente Behandlung aller Völker - mit Kontrolle des Behandlungserfolges!

Jungvölker:
Für die Jungvölker ist ein späterer Behandlungstermin (Anfang September) von Vorteil, sofern die Milbenbelastung gering ist und deutlich im grünen Bereich liegt (Orientierungsgröße: < 2 Milben/Tag).
Jungvölker sollten dann aber schon bei der Bildung in der brutfreien Phase einer Behandlung unterzogen worden sein. Bisher stand als legales Behandlungsmittel nur die 15% Milchsäure zur Verfügung – seit diesem Jahr kann aber auch legal mit einem für diesen Zweck zugelassenem Oxalsäure-Präparat besprüht werden. So erstellte Jungvölker haben Anfang August meist einen unbedenkliche Milbenlast.

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fachberater, an das zuständige Untersuchungsamt oder an uns. Wir sind zu erreichen unter der Telefon-Nummer 0711-459 22659.

(Quelle: Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim)