Varroatelefon vom 14.09.2017

Zumindest die Wirtschaftsvölker sollten inzwischen ihre zweite Ameisensäure-Behandlung hinter sich haben.
Haben Sie, aus welchen Gründen auch immer, die zweite Behandlung noch nicht durchgeführt, sollten Sie möglichst sofort den Milbenfall kontrollieren. Der natürliche Milbenfall sollte zu dieser Jahreszeit kleiner als  2-3 Milben pro Tag sein, bei brutfreien Völkern eher darunter!
Ist der Milbenabfall höher, müssen sollten Sie sofort handeln. Je nach mittelfristiger Wetterlage kann noch eine Ameisensäurebehandlung mit Verdunster gestartet werden, wobei sich der Nassenheider Verdunster professional bei feucht-kühlen Wetter als am besten geeignet herausgestellt hat. Bei sehr kühler Witterung reicht die Verdunstungsleistung der Verdunster in der Leerzarge als Verdunstungsraum meist nicht aus.
Unter diesen Gegebenheiten kann mit dem Schwammtuch oder den „Mite away quick strips“ (MAQS®) eine bessere Wirkung erzielt werden: Schwammtuch oder MAQS® oben auflegen, Schwammtuchbehandlung morgens (!) an einem möglichst warmen Tag beginnen! Siehe Anleitung auf unserer Homepage).

Zukünftig könnte die Behandlung mit dem kürzlich zugelassenen Präparat VarroMed® (über Apotheke erhältlich) in solchen Situationen helfen. Dieses Mittel (Oxalsäurepräparat mit Zusätzen) wird bis zu 5 Mal im Abstand von 6 Tagen in die Völker geträufelt. Allerdings gibt es bislang noch keine unabhängigen Feldversuche: an der Landesanstalt werden zurzeit im Rahmen eines Praxisversuches insgesamt 50 Bienenvölker mit diesem Präparat behandelt.

Wer mit der Behandlung der Jungvölker bis jetzt gewartet hat steht ebenfalls vor dem Problem der tiefen Temperaturen – auch hier empfiehlt sich die Behandlung wie oben beschrieben.

Bitte beachten Sie, dass bei der Behandlung mit MAQS und Schwammtuch ein erhöhtes Risiko für Brutschäden besteht, insbesondere wenn die Tagestemperaturen wieder ansteigen!

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fachberater, an das zuständige Untersuchungsamt oder an uns. Wir sind zu erreichen unter der Telefon-Nummer 0711-459 22659.

(Verfasser: Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim)