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Varroatelefon vom 09.08.2010

Ab heute soll es wieder Sommer werden. Dann könnte da und dort im Schwarzwald die Tannentracht einsetzen und bis in den September hinein anhalten. Wer sie nutzen will muss anschließend erschwerte Bedingungen bei der Vorbereitung der Völker auf den Winter in Kauf nehmen.

Wer nicht auf die Tannentracht wartet, sollte die sommerlichen Temperaturen der nächsten Tage für eine Ameisensäurebehandlung nutzen und anschließend mit der Auffütterung beginnen.

Allgemein scheint der Varroabefall der Wirtschaftsvölker niedrig zu liegen. Allerdings wird auch von stark befallenen Völkern mit Varroaschäden berichtet. Deshalb ist die regelmäßige Überwachung des Varroabefalls von Alt- und Jungvölkern durch Gemülldiagnose sehr ratsam. Sie sollte auf jeden Fall vor der ersten Varroabehandlung durchgeführt werden, auch um die Wirkung dieser Behandlung beurteilen zu können. Es reicht aus, die Schublade 3 Tage lang einzuschieben. Bei Dauereinlage der Windel wird das Gemüll von Ameisen und Ohrwürmern als Futterquelle genutzt. Das kann die Gemülldiagnose verfälschen.

Wenn der natürliche Milbenabfall deutlich über 10 Milben pro Tag liegt, sollte so rasch wie möglich behandelt werden.

Jung- und Altvölker sind allgemein in einem guten Zustand. Jungvölker haben zurzeit etwa doppelt so viel Brut wie Bienen. Sie erreichen gegen Mitte August ihr Brutmaximum und wachsen anschließend noch. Ihre Auffütterung sollte in zwei oder drei Portionen erfolgen, um die Bruttätigkeit nicht zu beeinträchtigen. Jungvölker werden erst nach der Auffütterung behandelt.

Die Altvölker werden vor der Behandlung auf 2 Zargen eingeengt. Wir empfehlen dabei die alten Waben im unteren Brutraum zu entfernen und auf das Brutnest den Honigraum mit hellen Waben zu setzen. Diese Vorgehensweise sorgt für Wabenhygiene und außerdem dafür, dass zwischen dem Brutnest und dem Ameisensäureträger eine Zarge Abstand ist. Damit wird Brutschäden auch bei mehrtägiger Behandlung mit Ameisensäure vorgebeugt.

Für die Behandlung mit 85%iger Ameisensäure empfehlen wir die Medizinflasche mit Tellerverdunster oder die MoT-Variante. Beachten Sie dazu die Anleitungen in Ihrem Faltblatt. Für die Behandlung muss es warm genug sein.

Wenn Sie noch Fragen haben, können Sie sich an Ihren Fachberater, an das zuständige Untersuchungsamt oder an uns wenden. Wir sind zu erreichen unter der Telefon-Nummer 0711-4592 2659.

(Text: Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim)