Die Tanne ist da und dort stark von der Grünen Tannenhoniglaus befallen und wird in den Regenpausen auch gut beflogen. Bei anhaltend trockener Witterung könnte es da und dort zu einer längeren Tannentracht kommen. Wer sie nutzen will muss anschließend erschwerte Bedingungen bei der Vorbereitung der Völker auf den Winter in Kauf nehmen.
Wo keine Tannentracht ist sollte mit der Spätsommerpflege begonnen werden.
Allgemein scheint der Varroabefall der Wirtschaftsvölker niedrig zu liegen. Allerdings wird auch von stark befallenen Völkern mit Varroaschäden berichtet. Deshalb ist die Überwachung des Varroabefalls von Alt- und Jungvölkern durch Gemülldiagnose sehr ratsam. Sie sollte auf jeden Fall vor der ersten Varroabehandlung durchgeführt werden, auch um die Wirkung dieser Behandlung beurteilen zu können. Es reicht aus, die Schublade 3 Tage lang einzuschieben. Bei Dauereinlage der Windel wird das Gemüll von Ameisen und Ohrwürmern als Futterquelle genutzt. Das kann die Gemülldiagnose verfälschen. Wenn der natürliche Milbenfall 10 Milben pro Tag deutlich übersteigt ist Gefahr im Verzug!
Jungvölker haben zurzeit etwa doppelt so viel Brut wie Bienen. Sie erreichen gegen Mitte August ihr Brutmaximum und wachsen anschließend noch. Ihre Auffütterung sollte in zwei oder drei Portionen erfolgen, um die Bruttätigkeit nicht zu beeinträchtigen. Jungvölker werden in der Regel erst nach der Auffütterung behandelt. Eine Ameisensäurebehandlung vor der Auffütterung würde zu starken Brutschäden führen.
Die Altvölker werden vor der Behandlung auf zwei Zargen eingeengt. Wir empfehlen dabei die alten Waben im unteren Brutraum zu entfernen und auf das Brutnest den Honigraum mit hellen Waben zu setzen. Diese Vorgehensweise sorgt für Wabenhygiene und außerdem dafür, dass zwischen dem Brutnest und dem Ameisensäureträger eine Zarge Abstand ist. Damit wird Brutschäden auch bei mehrtägiger Behandlung mit Ameisensäure vorgebeugt.
Ameisensäure wirkt nur gut, wenn es warm genug ist. Tagsüber sollte das Thermometer auf über 20° C steigen. Deshalb sollte man sich bei der Planung und Durchführung der Behandlung unbedingt nach der Wetterprognose richten!
Wenn der Brutraum viel Wald-, Zement- oder Tannenhonig enthält ist das Konzept „Teilen und behandeln“ zu empfehlen, bei dem die dann brutfreien Volksteile entweder mit Milchsäure oder Oxalsäure gegen die Varroamilbe behandelt werden. Dieses Konzept ist auch sehr gut geeignet, sämtlichen Waldhonig aus dem Brutraum zu entfernen.
Honigtaujahre sind Wespenjahre. Im Spätsommer kann außerdem leicht Räuberei ausbrechen. Deshalb gilt allgemein für Jung- und Altvölker: Fluglöcher eng halten!
Wenn Sie noch Fragen haben, können Sie sich an Ihren Fachberater, an das zuständige Untersuchungsamt oder an uns wenden. Wir sind zu erreichen unter der Telefon-Nummer 0711-459 22659.
(Text: Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim)
