Fragt man einmal ein paar Imker nach ihrer Betriebsweise, kann dies schnell verwirrend und unübersichtlich werden. Jeder scheint sein eigenes "unschlagbares" System zu haben. Andere Herangehensweisen scheinen tabu und völlig unbrauchbar zu sein.
Natürlich gibt es auch innerhalb eines Vereins teils extreme Unterschiede hinsichtlich der imkerlichen Praxis. Es kann aber auch ganz einfach und schnörkellos sein, wenn man sich z.B. an die bewährte Hohenheimer Betriebsweise hält.
Hier möchten wir, quasi zum Nachschlagen, einige Themenbereiche vorstellen. Die Seiten werden nach und nach erweitert. Öfters mal reinschauen lohnt sich also.
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Zur guten imkerlichen Praxis gehört es, stets genügend Ableger zu bilden und die Königinnen rechtzeitig zu ersetzen. Ableger können auf viele verschiedene Arten gebildet werden; es gibt Brutlinge, Fluglinge, Sauglinge usw.
Hier sollen zwei Möglichkeiten vorgestellt werden. Zum einen die einfache Völkervermehrung, bei der der Ableger aus jüngster Brut selbst eine neue Königin heranzieht. Zum anderen soll die Völkervermehrung in 4 Schritten vorgestellt werden, womit man schnell seinen Völkerbestand aufstocken und auch gleich eine gezielte Königinnenzucht integrieren kann.
Dies ist die einfachste Möglichkeit um den Völkerbestand zu erweitern und für kleinere Imkereien durchaus praktikabel.
Im Wesentlichen wird je Wirtschaftsvolk ein Ableger gebildet. Hierzu werden ein oder mehrere Brutwaben dem Spendervolk entnommen. Wird der Ableger früh (etwa Anfang Mai) gemacht, so genügt eine Brutwabe. Ab Ende Mai sollten es zwei, später besser drei Brutwaben sein. Diese Brutwabe(n) kommt nun zusammen mit einer Futterwabe und Leerrähmchen in ein Magazin, welches an einem Standort außerhalb des Flugkreises aufgestellt werden muss. Das Flugloch ist klein zu halten. Wichtig ist, dass auf der entnommenen Brutwabe jüngste Brut vorhanden sein muss. Dann nämlich können die nun weisellosen Bienen eine neue Königin nachschaffen.
Klappt alles, beginnt die neue Regentin nach etwa vier Wochen mit der Eiablage. Ab jetzt muss auf eine gute Futterversorgung geachtet werden. Hierzu kann man einen Tetrapak neben den Bienensitz stellen und mit Zuckerwasser dünn (1:1) füttern.
Der Ableger kann durchaus ein paar Leerrähmchen mit Naturbau ausbauen. Aber nur eins nach dem anderen. Man gibt das Leerrähmchen zwischen zwei bereits ausgebaute Waben. Nach einiger Zeit wird jedoch vermehrt Drohnenbau errichtet, so dass man dann Mittelwände geben muss.
Ebenfalls empfiehlt sich, eine Varroabehandlung durchzuführen (z.B. besprühen der Waben mit 15%iger Milchsäure).
Die Schritte im Einzelnen:
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Jungvölker sind das Rückgrat der Imkerei. Jedes Jahr werden sie gebraucht, um den Völkerbestand zu verjüngen, um Verluste auszugleichen oder auch um die Völkerzahl zu erhöhen. Für ihre Erstellung wird Bienen- und Brutmaterial von den Wirtschaftsvölkern benötigt, deren Honigleistung durch diese Schröpfung nicht nennenswert beeinträchtigt werden darf. Das hier vorgestellte Verfahren erfüllt diesen Anspruch und führt in vier Schritten mit wenig Aufwand zum Erfolg. Dabei ist die Königinnenaufzucht in die Jungvolkbildung integriert. Sie folgt einem strengen Zeitplan.
Am Tag x (zwischen dem 20. April und 10. Mai): Schröpfen der Wirtschaftsvölker -> Sammelbrutableger (= Pflegevolk)
Jedes Wirtschaftsvolk liefert ein bis zwei mit Bienen besetzte Brutbretter. Mit 8-10 solcher Waben wird ein Sammelbrutableger gebildet. Er sollte mit genügend Futter versorgt sein. Es sollten richtige Brutbretter entnommen werden. Jedes Brutbrett hat etwa 500 Bienen und 5000 Arbeiterinnenzellen.
Am Tag x+9: Nachschaffungszellen brechen, belarvten Zuchtrahmen einhängen.
Es müssen unbedingt alle Nachschaffungszellen gebrochen werden. Der Zuchtrahmen kommt in die Mitte.
Am Tag x+14 oder 19: Königinnenzellen verschulen (und Futterwaben untersetzen).
Verschulen bedeutet, dass die Königinnen gekäfigt werden ("Lockenwickler"). Somit sind sie voreinander sicher.
Die Futterwaben können übrigens auch schon im 2. Schritt untergesetzt werden.
Am Tag x+21: Begattungsvölkchen bilden.
Jedes Begattungsvölkchen wird im Magazin gebildet, das mit einer "Bienenwabe" des Pflegevolkes, einer Futterwabe und acht leeren, gedrahteten Rähmchen gefüllt wird. Dazu kommt eine unbegattete Königin.
Die Begattungsvölkchen werden außerhalb des Flugkreises des Pflegevolkes aufgestellt.
Quelle: Dr. Gerhard Liebig, Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim.
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Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist eine ca. 1,6 Millimeter kleine Milbe, die sich bei der Honigbiene, ähnlich einem Blutegel beim Säugetier, festbeißt (um dies in eine Größenrelation zu setzen, entspräche dieser "Blutegel" beim Menschen einem blutsaugenden Kaninchen). Die eigentliche Entwicklung und Vermehrung der Milbe findet jedoch nicht auf der erwachsenen Biene, sondern in der verdeckelten Bienenbrut statt. Deshalb handelt es sich bei der Varroose (zuvor: Varroatose) - wie dieser Parasiten-Befall genannt wird - im Wesentlichen um eine Brutkrankheit. (Quelle: Artikel Varroamilbe, Wikipedia)
Da die Varoose für das Bienenvolk immer (?) tödlich verläuft, muss die Varroamilbe zwangsläufig konsequent bekämpft werden. Die Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim hat das Behandlungskonzept Baden-Württemberg erarbeitet und forscht auch weiterhin nach Erfolg versprechenden Verfahren im Kampf gegen die Varroamilbe. Ganz aktuell ist das Verfahren Teilen und Behandeln.